Jahresrückblick 2019

So einen Jahresrückblick zu schreiben macht eigentlich immer Spaß, erinnert es doch an viele tolle Stunden voller Freude und schöner Erlebnisse. Zwar gibt es in jedem Jahr auch mal weniger erfreuliche Momente, aber diese sind normalerweise selten und am Ende nie erwähnenswert. Doch zumindest für den Beginn des Jahres 2019 ist das anders:

Einerseits hatte sich bereits Ende 2018 abgezeichnet, dass die Interessen im Stamm in unterschiedliche Richtungen gingen und es zu einer gefühlten Zweiteilung gekommen war. Deshalb war für 2019 eigentlich geplant, wieder mehr Aktivitäten mit allen gemeinsam zu entwickeln, beispielsweise eine Stammes-Winterfahrt in den Harz und eine Stammes-Sommerfahrt.

Zum anderen hatte gerade ein (nun ehemaliges) Stammesmitglied als Sippenleitung in erheblichem Maße das Vertrauen der Stammesleitung gebrochen und dieser große Probleme bereitet. Die Aufarbeitung der Geschehnisse bedeutete viel Arbeit, aber glücklicherwiese bekamen wir dabei tolle Unterstützung und Zuspruch von unserem Kirchenvorstand und unserer Pastorin sowie vom VCP Land Niedersachsen und von unserem VCP-Bezirk Süntel. Dafür sind wir sehr dankbar!

Irgendwie war in dieser Zeit allerdings wohl für alle unübersehbar, dass etwas im Stamm nicht stimmte, und so konnte dann die weitere Zweiteilung doch nicht mehr verhindert werden: Nach der Winterfahrt nach Benneckenstein verließen einige Stammesangehörige Kreuzfähnlein. Insgesamt dürfte der Jahresbeginn 2019 damit die wohl schwierigste Zeit in der jüngeren Stammesgeschichte gewesen sein.

"Wenn der Frühling kommt und die Vögel zieh'n, und die düsteren Wolken nach Norden flieh'n..." - so beginnt ein Lied, das wir gerne singen. Und diese Textzeile beschreibt perfekt, was dann geschah: Am 13. März gründete sich unsere neue Sippe "Adler" unter der Leitung von Jessica und Marvin, und plötzlich waren sie wieder da, die schönen Momente: Nach nur sieben Wochen gab es die erste Übernachtung im Schwarzzelt, und zwar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum. Das zweite Übernachten in einer Jurte fand dann bereits fünf Wochen später auf dem Bezirks-Pfingstlager bei Völksen statt und wird allen immer in Erinnerung bleiben als die Nacht, in der der Platz wegen eines heftigen Unwetters durch die Feuerwehr evakuiert wurde - unsere kleinen Adler haben dies natürlich genauso souverän gemeistert wie die alten Hasen - ähh: Luchse.

Diese haben den Frühling dazu genutzt, unseren neuen Garten weiter einzurichten: Es wurde ein Brennholzlager gebaut, eine Wildblumenwiese angelegt und ein kleiner Turm errichtet. Auch unseren Lehmofen haben wir aus dem alten Garten hinübergerettet und gleich mehrfach zum Pizzabacken genutzt. Außerdem zelteten die Luchse einige Male im Garten, und es gab erstmals ein Nachthajk: Die Sippe wurde mit verbundenen Augen zu einem unbekannten Startpunkt im dunklen Wald gebracht und startete von dort in eine Nacht voller Aufgaben.

In den Sommerferien fanden zwei große Fahrten statt, an denen jeweils Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus beiden Sippen teilnahmen: Es begann mit einer Paddeltour über 100 Kilometer auf der Werra, bei der es schon am vorletzten Tag Probleme bereitete, sich daran zu erinnern, wo wir überall geschlafen hatten: Campingplatz, Wiese am Ufer mit meterhohem Gras, Bootshaus, auf einem Trampolin im Pfarrgarten, beim Kanuclub.....

Die zweite große Fahrt im Sommer war die Teilnahme an der VCP-Bundesfahrt. Gemeinsam mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus den Stämmen Eversteiner Löwe Aerzen und Florian Geyer Hameln wanderten wir zehn wunderschöne Tage durch Österreich und Slowenien. Hohe Berge, steile Passstraßen, wilde Gebirgsflüsse, tiefe Schluchten und traumhafte Landschaften offenbarten uns dort. Tagsüber Schweiß auf der Stirn von der heißen Sonne und dem schweren Gepäck. Nahezu jeden Abend Gewitter und lediglich eine Zeltplane zwischen uns den Naturgewalten. Morgens wacht man dann auf und direkt vor dem Zelt erkunden zwei Kühe, ob so schwarze Zeltbahnen eigentlich auch essbar sind. Von diesen Erlebnissen werden wir noch Jahre zehren. Diejenigen, die an beiden Fahrten teilnahmen, verbrachten also die Hälfte der Sommerferien als Vagabunden!

Im Herbst waren wir dann wieder für ein paar Tage zu Gast in der Hütte in Mardorf, die wir im Vorjahr für uns entdeckt hatten, und segelten viel auf dem Steinhuder Meer. Vor dem einzigen großen Wolkenbruch hatten die Sippenleiter glücklicherweise alle an das Mitnehmen der Regensachen erinnert und dann auch überzeugend gezeigt, wie es einem ergeht, wenn man selbst keine Regenklamotten mitnimmt....

Was gab es noch? Die Adler zelteten am Bootshaus, übten auf der Weser Kanufahren und besichtigten die hamelner Schleuse. Die Sippenleitung demonstrierte dabei an der Bootsrutsche sehr gekonnt, wie man mit einem Kanu kentert. Es wurde eine Schäferei besichtigt, und neben dem Schäfer danken wir hier ganz besonders jenem ein Tag alten Lamm, das sich mit enormer Geduld von wirklich allen Adler-Sippenkindern auf den Arm nehmen und fotografieren ließ.

Natürlich gab es auch wieder die Apfelsaftaktion und den Friedenslichtgottesdienst, und im September feierten wir dann unser 70-jähriges Stammesjubiläum: Es gab viel Spiel und Spaß, alte Fotos und leckeres Essen, einen Hajk auch für unsere Gaststämme aus dem Bezirk und einen supertollen Gottesdienst im vermutlich längsten Zelt unserer Stammesgeschichte.

Das Jahr 2019 endete dann für einige von uns genau dort, wo es begonnen hatte: In der Jurte im Pfadfindergarten beim Silvesterzelten.