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Ranger und Rover

1. Helfereinsatz auf dem Kirchentag

Alle 2 Jahre findet ein Deutscher evangelischer Kirchentag statt. Viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder helfen dort ehrenamtlich. Rover Marvin Kabuß war als Helfer dort:

Im Zeitraum vom 1. bis zum 5. Mai 2013 fand in Hamburg der 34. Deutsche evangelische Kirchentag statt. Es genossen knapp 120.000 Dauergäste und über 35.000 Tagesgäste das gute Programm bei sehr gutem Wetter. Insgesamt fanden knapp 2500 Veranstaltungen statt bei denen über 5500 Helfer eingesetzt wurden.

Einer dieser Helfer war ich. Gemeinsam mit 8 anderen Rangern und Rovern vom Stamm Eversteiner Löwe aus Aerzen, sowie 6 Helfern der Kolpingfamilie (das ist ein katholischer Sozialverband, der sich besonders für Familien einsetzt) und einer Einzelhelferin waren wir als Ordner für den ''Christlichen Popmusikstützpunkt'' des Kirchentags in der Christuskirche in Hamburg-Altona zuständig. Wir hatten 2 Bühnen und einen Workshopraum, mit insgesamt über 650 Besucherplätzen, zu organisieren.

 

Als Helfer mussten wir bereits am 30.04 anreisen, und in unserer Unterkunft, der Stadtteilschule ''Am Hafen'', einchecken. Wir schliefen dort mit insgesamt 21 Pfadfindern, unter anderem aus Springe und Altenhagen, in einem Klassenraum.

 

Der 1.5, der Auftakt des Kirchentags war für uns sehr ruhig. Wir wurden etwa 9 ½ Stunden für das Bewachen einer Verkehrsinsel eingeteilt in der Nähe des Eröffnungsgottesdienstes am Strandkai.

Unsere Aufgabe war, bei Bedarf die Straße, auf der die Verkehrsinsel liegt, zu Sperren, um zu verhindern, dass trotz einer Überfüllung weitere Menschen in Richtung des Gottesdienstes strömen. Zum Glück ist trotz einer Anzahl von 35.000 Menschen und viel Prominenz, wie z.B. Bundespräsident Joachim Gauck, oder Hamburgs erstem Bürgermeister Olaf Scholz, dieser Fall nicht eingetreten, daher hatten wir nicht viel zu tun.

Nach dem Gottesdienst fand der Abend der Begegnung statt, bei dem sie die verschiedenen Gemeinden der Nordkirche vorgestellt haben.

Am Ende des Tages gab es schließlich noch den Abendsegen mit Lichtermeer, bei dem jeder der Besucher eine Kerze in die Hand bekam, die angezündet wurde. Auch hier wachten wir wieder über besagte Verkehrsinsel.

 

Am Donnerstag den 2.5 begann das offizielle Programm des Kirchentages und wir übernahmen die Spätschicht in unserer Kirche. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, mir eine sehr interessante Diskussion über die Außenpolitik der Volksrepublik China anzuhören, bei dem als Redner unter anderem der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Xuewu Gu aus Bonn, der Pekinger Journalist Zhangjin und der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag Dr. Rolf Münzerich auftraten. Untermalt wurde die Diskussion von chinesischer Musik.

Von 16:00 bis 24:00, also während unseres Dienstes, haben wir Stühle hin und her geräumt, Karten verkauft, Karten kontrolliert und den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Zum Abschluss des Tages haben wir anschließend gegrillt. Auf der Heimfahrt trafen wir in der U-Bahn noch eine Kirchentagsbesucherin, die nicht wusste, was sie machen sollte, da sie eigentlich ein Privatquartier bei einer Privatperson in Hamburg hatte, dort hatte allerdings niemand die Tür öffnete. Wir bemühten uns und nach einigen Telefonaten haben wir schließlich das Missverständnis klären können.

/Bilder 2013/Stilbruch in der Christuskirche
Hier seht ihr die bis auf den letzten der 370 Plätze besetzte Christuskirche (Altona) bei
einem Konzert der Akustikrock Band Stilbruch

Am Freitag den 3.5. habe ich mich ebenfalls wieder für die Spätschicht gemeldet, um den Rangern und Rovern von den ''Eversteiner Löwen'', die Möglichkeit zu geben, sich das Konzert der ''Wise Guys'' im Stadtpark anzuhören. Auch hier hatte ich somit die Möglichkeit mir Vormittags einen Vortrag in den Messehallen anzuschauen. Dieses Mal stand der Vortrag unter dem Thema ''Krieg als Geschäft? - Rüstung Made in Germany'' und es wurde, wie es bei Diskussionen zu diesen Themen meißt der Fall ist, heftig debattiert. Auch hier gab es wieder eine musikaliche Untermalung, dieses Mal von einer Popmusik Gruppe aus Wiesbaden. Am Ende der Debatte wurde über zwei Petitionen abgetimmt. Wenn man erfolgreich eine Petition beschließt, und sie in den Bundestag einreicht, muss sich die Politik mit dem Thema der Petition auseinanderetzen. Die erste verabschiedete Petition war zu dem Thema ''Keine Rüstungsexporte mehr aus Deutschland''. Hier wurde verlangt, dass keine Firmen in der Bundesrepublik Deutschland mehr Waffen und Munition an andere Staaten verkaufen dürfen. Die zweite Petition war zu dem Thema ''Verbot von Uranmunition''. Hier wurde verlangt, dass die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg bringen soll, dass das Benutzen, Herstellen, Handeln und Lagern radioaktiver Munition auf deutschem Boden verbieten soll.

Ab 16:00 tat ich, wie schon am Tag zuvor, meinen Dienst in der Kirche, diesmal allerdings mit nur einem ''Eversteiner Löwen'' zusammen, dafür unterstützten mich die Männer und Frauen der Kolpingfamilie.

 

Am 4.5., dem Samstag, schließlich übernahm unsere Hamelner/Aerzener Delegation abermals die Spätschicht, hier trafen wir dann auf eine Frau, die einfach nicht verstehen konnte, oder wollte, dass sie leider zu spät zu ihrem Workshop kam und dieser bereits überfüllt war. Es gab eine lange Diskussion, mit uns Helfern und der Hallenleitung und schließlich auch mit dem Referenten, bis die Frau ihren Willen durchgesetzt hat und schließlich die letzte halbe Stunde des Workshops noch mitmachen durfte. Am Ende des Tages stand nun der Abbau bevor. Wir mussten gemeinsam mit den Technikern, die beiden Bühnen abbauen und die Kirche reinigen. Angesetzt von der Hallenleitung waren für diesen Abbau etwa 4 Stunden. Wir haben es in 1 ½ Stunden geschafft, was uns noch die Gelegenheit gab, uns mit der Hallenleitung und den Männern und Frauen der Kolpingfamilie zusammenzusetzen und eine Cola bzw für die älteren ein Bier zum Abschluss zu trinken.

 

Am Sonntag schließlich war der große Abschlussgottesdienst angesetzt. Wir waren für das Austeilen des Abendmahls eingeteilt. Um rechtzeitig an unserem Platz zu sein, mussten wir bereits um 5Uhr morgens aufstehen. Aufgrund des Abbaus am Vortag und dem frühen Aufstehen haben wir in der Nacht nur 2 Stunden schlafen können. Bei dem Abschlussgottesdienst schließlich waren etwa 130.000 Menschen anwesend, und alle haben das Abendmahl bekommen. Dafür wurde der Platz in 16 Segmente aufgeteilt und in jedem dieser Segmente waren 64 Menschen für das Austeilen des Abendmahls zuständig. Insgesamt waren also über 1000 Menschen für das Austeilen des Abendmahls zuständig. Ich war einer der 256 Menschen, die den Kelch des Heils, also den Traubensaft ausgegeben haben.

/Abschlussgottesdienst

Der Gottesdienstplatz füllt sich langsam. Das Bild habe ich etwa eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes vom
Hauptweg aufgenommen.

Alles in allem war der Kirchentag ein großes Erlebnis für mich, bei dem ich neben der vielen Arbeit auch sehr viel Spaß gehabt habe. Der Nächste evangelische Kirchentag wird 2015 in Stuttgart stattfinden. Nach Möglichkeit werde ich wieder dabei sein, vielleicht auch mit einer eigenen Delegation ''Stamm Kreuzfähnlein''.

 

Gut Pfad!

Marvin